Folge 7: Radsportgeschichte zum Anziehen. Ein nachhaltiger Shopping-Trip zu Taiga.
Steirische Radhändler berichten.
Zugegeben: Ein Radgeschäft ist Taiga am Südtiroler Platz streng genommen nicht. Dafür aber gleichzeitig ein feiner und fairer Laden für Fashion, ein Friseursalon und auch ein Treffpunkt für Radbegeisterte. Und daher hat Michael Walisch auch irgendwann begonnen, sein Hobby und seinen Beruf zu verbinden und wunderschöne Fahrrad-Outfits und Accessoires anzubieten. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir als neonfarbene Knackwürschte durch die Gegend fahren mussten.
Walisch, den wohl die allermeisten seiner Kundinnen und Kunden Michi nennen, wuchs in St. Radegund auf. Fahrradfahren war so ziemlich die einzige Möglichkeit, um von A nach B zu kommen. Dass es in der Gegend reichlich hügelig war, schmeckte ihm als Kind allerdings nicht: „Ich hab das gehasst. Ich hab mich meistens von der Mutter mit dem Auto ins Schwimmbad oder rauf in den Ort bringen lassen." Schon früh entwickelte er gleichwohl über einen Bekannten eine Affinität zur Marke Puch. „Ich hab dann lange Jahre zwar Sport gemacht, aber eher Laufen und Krafttraining. Lustigerweise hab ich mir aus einer Laune heraus ein Mountainbike gekauft. Eine Runde im Leechwald gefahren, furchtbar gelitten. Ich hab es dann nur im Alltag verwendet. Viele Jahre später bin ich zu einem gebrauchten Rennrad gekommen und habe begonnen mit zwei Freunden auszufahren. Bei der ersten Ausfahrt ging es mir wieder schlecht, aber dann habe ich den Tipp bekommen, wie man richtig fährt." Wie denn? Nicht „overpowern", wie man so schön sagt. Michi ist nämlich überzeugt, dass man mit dem Rad überall hinaufkommt, man muss sich nur die nötige Zeit geben. Mit den ersten Ausflügen mit seinen Freunden („ich bin die ersten drei Jahre in ihrem Windschatten gefahren") erwachte in ihm eine riesengroße Leidenschaft.
In seinem Fashion Store Taiga, gegründet 2001, gibt es nicht nur edle Mode, sondern auch seit dem Sommer 2021 richtig coole Rad-Outfits. Die „ride around graz"-Community war dafür mitverantwortlich. „Sie haben Kontakt zu Isadore gehabt, das ist mittlerweile unser wichtigster Lieferant für Rad-Outfits. Das Label stammt aus der Slowakei, die Gründer Martin und Peter Velits waren früher selbst Profis auf der World Tour. Ihr Ziel ist es, lokal zu produzieren, nachhaltig im Sinne von kurzen Wegen. Viel Recycling und vernünftige Materialien. Und dann haben wir Retro-Teile von einem holländischen Distributor und da für mich Style auch beim Radeln wichtig ist, taugt mir das sehr. Das passt gut in unsere Zeit, das sind echte Klassiker. Das Cinzano-Dress etwa. Oder das La VieClaire. 80er Jahre. Bernard Hinault. Das ist Radsportgeschichte. Außerdem hebt es sich super ab von den schicken rein schwarzen Outfits. Ich bin nämlich der Meinung, dass man schon auch gesehen werden muss auf der Straße." Ein Ehrenplatz im Taiga-Store gehört Prima. Die Marke mit den extraschönen Teilen startete 2010 in Schweden. Gründer Henrik Bergstedt verbindet mittlerweile viel mit Graz und da passt eine sportliche Partnerschaft mit Taiga perfekt.
Michi selbst ist passionierter Radler. Sowohl sein Stadtrad als auch sein Rennrad sind von Cinelli. Letzteres ein echtes High-end-Gerät, mittlerweile 15 Jahre alt und immer dann im Geschäft anzutreffen, wenn auch sein Besitzer dort ist. Er fährt gerne Touren, die überschaubar bleiben. „Im Alltag fahre ich zwei bis maximal drei Stunden. Hin und wieder etwas mehr. Am liebsten rund um den Schöckl. Hat wahrscheinlich nichts damit zu tun, dass ich dort aufgewachsen bin. Sondern es ist einfach die schnellste Möglichkeit, in absoluter Schönheit mit Blick auf Graz in der guten Luft zu sein. Sobald du in Kalkleiten bist, in Rinnegg oder beim Gollersattel, Semriach, es ist wunderschön dort. Da beziehe ich noch das Stübingtal, St. Pankratzen, Gleinalm mit ein. Das Bergland rund um Graz ist einfach super."


